Sharing the dream of no one left behind – Aktivismus in Zeiten von Corona

Aktion von EUrhrn in der Würzburger Innenstadt

Liebe Mitsteitende, Liebe Lesende, Liebe Alle.

Corona hat die Welt fest im Griff und auch wir müssen uns dem beugen.

Daher fällt leider unsere Demonstration die für morgen geplant war- ihr erinnert euch vielleicht aus dem letzten Post- aus.

Das ist eine Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben. Aber mal davon ab, dass natürlich auch die rechtlichen Regelungen von Tag zu Tag restriktiver werden, möchten wir natürlich auch nicht dafür verantwortlich sein, dass wir mit und aus all unserer Wut im Bauch loslaufen und damit zur schnelleren Verbreitung des Virus beitragen. Wir tragen alle eine Verantwortung, #flattenthecurve muss für uns alle gelten.


Und genau hier möchte ich gerne einhaken: #flattenthecurve und #stayhome muss für alle gelten. Menschenansammlungen wegen Corona vermeiden – und in Moria? Hier leben die Menschen auf engsten Raum mit vielen weiteren Menschen zusammen wenn sie denn einen Raum haben, es gibt kaum Sanitäre Anlagen, es gibt keine Ärzte, man steht stundenlang in Schlagen nah beieinander.

#Savethem Moria

Tausende Menschen müssen in #Moria jeden Tag für eine kleine Ration Wasser anstehen. Die Schwächsten können auch das nicht. Die Hygienesituation ist verheerend, Waschgelegenheiten gibt es kaum. Die Evakuierung von Kindern aus diesem Elend ist jetzt unabdingbar. Hilf uns, einen ersten Schritt zu gehen: https://mission-lifeline.de/start-und-landeerlaubnis/#SAVETHEM Profilbildgenerator: https://bit.ly/2xHMk7z

Gepostet von LIFELINE am Dienstag, 17. März 2020
Schlangestehen in Moria

Händewaschen? Abstand halten? Social distancing? Wie soll das funktionieren in Moria? Was ist der Plan der Griechen, was ist der Plan der EU um diesen Menschen Möglichkeiten zu geben, sich zu schützen? Wenn wir sie dort schon nicht schützen können, sollte man ihnen dann nicht alle Möglichkeiten bieten, um dies selbst übernehmen zu können? Die Lager müssen sofort evakuiert werden!

Can't #stayhome if this is home! #COVID-19 is a real threat. In response the #Greek government has shut down public life and is arresting anyone who endangers public health. Yet #Moria Camp on #Lesvos is locking vulnerable people in overcrowded and illegal conditions without adequate access to water, soap, masks, space for social distancing, even doctors. #asylumseekers came to the #EU for #internationalprotection. So where is it?film credit: by Douglas Herman

Gepostet von Refocus Media Labs am Mittwoch, 18. März 2020
#cantstayhome if this is home

Stattdessen gib es seit heute eine Ausgangssperre im RIC Moria. Das bedeutet konkret, dass man nur mit einem triftigen Grund zwischen 7Uhr morgens und 7Uhr abends das Camp verlassen darf und dann auch nur einer aus der Familie. Damit soll eine Ansteckung in dem Camp vermieden werden. Andere Pläne, so sagte es gestern Efi Latsoudi – seit Jahren in Griecheland und Lesvos aktiv, ‚Core-member‘ von Lesvos Solidarity und Kooperationspartnerin von Pro Asyl und RSA (Refugee Support Team) – in einem Webinar zur Situation auf der Insel gibt es zur Zeit nicht. Bisher gibt es auf Lesvos einen bestätigten Fall (übrigens eine local, die sich auf einer Reise angesteckt haben soll). Sollten es mehr Fälle werden, dann würde das Krankenhaus in Mytilene schnell an seine Grenzen kommen.

Diese Regelungen werden rigoros durchgesetzt, es soll Strassensperren um das RIC Moria geben.


Unter der Corona-Nachrichten-Wut der europäischen Medien werden die Geflüchteten vergessen oder aber zumindest zurückgestellt, sie werden weiter unsichtbar gemacht. Die Stimmung ist feindselig. Menschenrechtsverletzungen der schlimmsten Sorte finden weiterhin statt. Europa stärkt weiterhin seine Grenzen und damit die Ausgrenzungen geflüchteter Menschen. Alle kümmern sich um sich selbst, aber wer kümmert sich darum, dass die dessen Rechte eingeschränkt und aberkannt werden gehört und geschützt werden?

Was ist denn eigentlich mit dem Kindern, die die ‚Koalition der Willigen‘ aufnehmen wollte? Dieser Plan ist mit den Coronoa-Maßnahmen ausgesetzt, wie sämtliche andere Resettlementprogramme ebenfalls. Sogenannte ‚Abschiebeflüge‚ aus Deutschland, der letzte am 12.03. nach Afghanistan, waren bisher allerdings weiterhin möglich…

Und in Griechenland? Da werden entweder Menschen in Militärschiffen festgehalten und dann in geschloßene Lager auf das Festland verschifft, wo sie Abschiebeanordnungen in die Hand gedrückt bekommen, ohne jemals einen Antrag stellen zu können oder die EU bietet ihnen Geld für eine ‚freiwillige Rückkehr‘ an.

Was dabei total in den Hintergrund rückt ist ein Feuer, dass am Montag mindestens ein Kind das Leben gekostet hat. Andere Quellen reden von zwei oder noch mehr Menschen. Menschenleben, die zu retten gewesen wären. In Gedanken sind wir bei den Familien, die nun auch noch diesen Schlag verkraften müssen.


Aber WAS können wir also tun angesichts dieser desaströsen Situation vor Ort und in der Welt? Manchmal kann man verzweifeln, bei soviel Leid und Unwillen der Mächtigen, daran etwas zu ändern. Wie ich ja oben schrieb, habe ich gestern an einem Webinar mit vielen beeindruckenden Aktivistinnen teilgenommen. (Wer Zeit hat, dem lege ich ans Herz, die Aufzeichnung davon über den Link anzuschauen!) Ich möchte diesen Beitrag gerne mit etwas Positivem beenden und euch teilhaben lassen, an dem was diese großartigen Frauen, Aktivistinnen, Anwältinnen, Volunteers gesagt haben. Also, was können wir ihrer Meinung nach tun (besonders in Zeiten, in denen wir nicht mehr aus dem Haus, geschweige denn reisen gehen können):

Knowledge– sharing information, sharing that dream of no one left behind; only people coming together can give solutions; hearing information, informing people, cause there is no information, wrong information, misinformation; speak to people who are there, transparency, people listening to people on the ground

People – be part of this, its very important to know that someone is not alone; refugees are made invisible, we dont have to be invisible and help eachother, fight for visibilty and get people on board!; support however people can; solidarity, energy, stand together and find solutions; spreading the word, sign petitions

Money– donate to organisations on the ground, support good work; those NGOs still on the ground will need it!

Gradually build up a movement and show that we are many and follow organisations that are on the ground on social media, they are the crisis contact in emergency. Things are developing very fast, get more organised!

In diesem Sinne. Passt auf euch auf, bleibt gesund.
Bleibt laut, bleibt sichtbar, informiert euch, informiert andere!

eure ‚Keyboard-warrior‘ in ’self-distance‘ Hannah

PS: Seid ihr auch zuhause, im Homeoffice oder weil die FH/ Uni dem Semesteranfang verschoben hat? In selbstgewählter oder vorgeschriebener Selbstisolation? Bei Amnesty International kann man sich online zu Human Rights weiterbilden! – klickt hier

Last updated: März 19, 2020